aus der dzw:
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Gesundheitspolitik immer entscheidender für den Unternehmenserfolg |
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Ein Rückgang bei den Gewinnen wegen immer besser informierter Patienten und restriktiver Gesundheitspolitik lässt die Pharmaindustrie Pläne entwickeln, ihren Einfluss in der Politik zugunsten der Unternehmen zu verstärken. Das zeigt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Russel Reynolds Associates, das dazu die Chefs führender europäischer Pharmaunternehmen befragt hat. Die Konzernchefs erwarten demnach, dass anders als früher die wichtigsten Einflüsse auf dem Markt nicht länger von Konkurrenten, Aufsichtsbehörden oder Medizinern ausgehen, sondern von Regierungen. Vor fünf Jahren wurde der relative Einfluss der Politik auf den Unternehmenswert („Shareholder Value“) noch mit 17 Prozent beziffert und war damit nicht so wichtig wie die Konkurrenz im Pharmamarkt. Im Jahre 2012 soll sich die Situation der Umfrage zufolge komplett ändern: Dann werden, so schätzen die Manager, 40 Prozent des Unternehmenswerts durch Entscheidungen der Regierung beeinflusst. In zehn Jahren, so prophezeit einer der befragten Konzernchefs, würden sich daher in der Firmenleitung mehr Leute um Kontakte zur Regierung („public affairs“) kümmern als um das Marketing. Eine Mehrheit der Unternehmen, so heißt es in der Studie, sehe es daher als notwendig an, in der Lobby-Tätigkeit in Hauptstädten noch aktiver zu werden und mehr Spezialisten zu engagieren, die den Politikern Pharmaka als „wertvoll“ für das Gesundheitssystem und nicht als Kostenfaktor andienen können. Nach Ansicht der Manager wird in fünf Jahren der Einfluss von Patienten über 18 Prozent des Unternehmenswertes bestimmen und damit wichtiger sein als Entscheidungen von Ärzten (12 Prozent). Heute ist das Verhältnis umgekehrt: Mediziner sind für die Branche viel wichtiger als Patienten. Wegen des baldigen Wandels müssten Unternehmen im Patienten stärker als früher einen Kunden sehen und ihre Kommunikation entsprechend ändern. |
Schlagworte: lobbyaktivitäten, pharmaindustrie