Universität Mainz testet selbstkonditionierende Adhäsive
Selbstkonditionierende Adhäsive zeigen in vielen Bereichen der klinischen Praxis Arbeitserleichterungen durch ihre deutlich einfachere Anwendung. Vor allem der Wegfall eines separaten Ätzschrittes durch die Integration der Konditionierung in das Primer-Adhäsiv ist von großem Vorteil. Auch hinsichtlich ihres Haftvermögens an Schmelz- und Dentin stellen aktuelle selbstkonditionierende Adhäsive eine echte Alternative zu Einflaschenadhäsiven mit Phosphorsäureätzung dar.
Im Rahmen einer klinischen Studie der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz restaurierte man Anfang 2007 Frontzahnkavitäten der Klasse III mit der neuen Rezeptur des selbstkonditionierenden Adhäsivs iBOND Self Etch und dem Hybridkomposit Venus (Heraeus Kulzer, Hanau). Ziel der Untersuchung ist, herauszufinden, ob das neue Adhäsiv über einen Untersuchungszeitraum von insgesamt zwei Jahren klinisch und ästhetisch akzeptable Randverhältnisse der gelegten Klase III-Kavitäten gewährleisten kann.
Bis März 2007 wurden für diese klinische Studie insgesamt 72 Klasse III-Füllungen bei 38 Patienten gelegt. Bei der Beurteilung der Füllungen bediente sich die Forschungsgruppe der sog. Ryge-Kriterien. Diese beschränken sich rein auf klinisch-funktionale Ergebnisse der Gesamtfüllung und entscheiden, ob eine Füllung klinisch akzeptabel oder nicht akzeptabel ist. Dabei werden sehr gute Ergebnis mit „Alpha“ ausgezeichnet. „Bravo“-Ergebnisse weichen einen gewissen Grad von der idealen Füllungsgestalt ab, sind aber klinisch akzeptabel. In der Gruppe der nicht-akzeptablen Füllungen differenziert man weiter zwischen einer präventiven Austauschindikation der Füllung („Charlie“) und der sofortigen Interventionsindikation („Delta“).
Sowohl bei der ersten Nachuntersuchung nach drei Monaten wie auch nach sechs Monaten zeigten sich keine größeren Probleme mit Randverfärbungen. Die behandelten Füllungen wurden alle mit Alpha und Bravo ausgezeichnet.